Kitesurfen auf Rhodos mit Janis von KiteWorldWide
Zusammenfassung
Anreise: Mit der Fähre von Kos nach Rhodos
Es gibt diese Momente auf einer Kitereise, die noch vor dem ersten Kite im Wind passieren — und trotzdem bereits alles sagen. Die Fähre von Kos nach Rhodos ist so ein Moment. Blaues Wasser soweit das Auge reicht, Sonne auf der Haut, der Geruch von Salz und Dieselrauch, und dieses leichte, kaum greifbare Gefühl von Freiheit, das man eigentlich nur in Griechenland so kennt. Wer schon einmal eine Kitereise nach Griechenland gemacht hat, weiß: Diese Überfahrt ist der perfekte Übergang. Kein Flughafen-Stress mehr, kein Warten am Gepäckband — nur Wasser, Horizont und das leise Versprechen, dass die Sessions bald beginnen.
Rhodos ist für mich kein unbekanntes Terrain. Ich war schon oft hier. Und trotzdem — oder gerade deshalb — ist die Ankunft jedes Mal eine kleine Wiederentdeckung.
Tag 1 — Rhodos-Stadt und die Straße nach Theologos
Mittags: Durch die Altstadt
Angekommen in Rhodos-Stadt lasse ich mir Zeit. Das ist hier eigentlich Pflicht. Die mittelalterliche Altstadt — älteste bewohnte Festungsstadt Europas, seit 1988 UNESCO-Weltkulturerbe — zieht einen sofort in ihren Bann. Die Stadtmauer umschließt die Altstadt auf 4 bis 5 Kilometern, von den Kreuzrittern über Jahrhunderte ausgebaut und auf bis zu 12 Meter Dicke verstärkt. Man fährt durch ein Tor und ist auf einmal woanders. Wer hier einfach durchrauscht, ohne einmal anzuhalten und nur zu schauen, verpasst wirklich etwas.
Rhodos gehört für mich zu den besten Kitespots in Griechenland — nicht nur wegen des Winds, sondern weil die Insel so viel mehr mitbringt. Geschichte, Essen, Landschaft. Für eine Kitereise nach Griechenland, bei der man nicht nur auf dem Wasser sein will, ist das der richtige Ort.
Nachmittags: Richtung Süden nach Theologos
Von der Stadt fahre ich weiter Richtung Süden. Die Insel ist so unglaublich grün — das vergisst man immer wieder, wenn man zu lange weg war. Kurvenreiche Straßen, Olivenhaine, kleine Bergdörfer, die Zeit scheinen zu vergessen. Kitesurfen in Griechenland bedeutet eben nicht nur Wind und Flachwasser, sondern auch all das, was drum herum passiert.
Am Ende dieser Fahrt: Theologos. Für mich ein ganz besonderer Ort. Hier habe ich vor über fünf Jahren meine Kite-Instructor-Ausbildung gemacht. Und wenn man nach so langer Zeit wiederkommt, stellt man fest: Manche Orte verändern sich nicht — zum Glück.
Abends: Ankunft im Hotel Sabina — Kalimera und Kaffeepause
Kaum im Hotel Sabina angekommen, werde ich von Gina und Katharina mit einem herzlichen Kalimera empfangen. Das tut gut. Wirklich gut.
Erster Stop: der Pool. Nach der langen Anreise ist ein Sprung ins Wasser einfach nicht verhandelbar. Danach laufe ich die Straße runter zum Strand und treffe Nikos, Robert und William von unserer Kiteschule Surfing Bird. Der Laidback-Surfer-Mood ist sofort spürbar — kein Stress, keine Hektik, nur Wind, Meer und gute Laune. Genau das, warum man eine solche Kitereise bucht.
Nach dem ersten Fachsimpeln über Sessions, Spots und Bedingungen gibt es Kaffee auf dem Rooftop. Die Aussicht tut ihr Übriges. Zum Mittagessen setze ich mich an den Strand — die Kantina macht einen hervorragenden Saganaki. Gebratener Käse, goldbraun, ein Spritzer Zitrone. Mehr braucht es wirklich nicht.
Abends kommt der erste Gast der Gruppe an, und wir stoßen mit einem eiskalten Mythos an. Dazu Gyros Pita. Typisch griechisch — und genau richtig so. Wer eine Kitereise nach Griechenland macht und sich fragt, ob es sich lohnt, alleine zu buchen oder in einer Community-Gruppe: Spätestens dieser Abend beantwortet die Frage.
Tag 2 — Die Insel, wenn kein Wind weht
Der Wind lässt uns am nächsten Tag noch etwas durchschnaufen. Kein Kiten heute — aber das ist kein Problem, wenn man auf Rhodos ist. Wir erkunden die Insel, schlendern durch kleine Dörfer, lassen uns durch griechische Tavernen treiben. Auf Rhodos wird man kulinarisch einfach nie enttäuscht. Wer denkt, ein Kiteurlaub sei immer nur Wasser, Kite und Bar, hat noch keine windstille Stunde auf einer griechischen Insel erlebt.
Diese Tage zwischen den Sessions gehören für mich zu den schönsten Momenten einer Kitereise — das Entschleunigen, das Ankommen, das echte Kennenlernen der Gleichgesinnten in der Gruppe.
Tag 3 — Erste Session: Wind, Wasser, sechs Kiter
Dann endlich: Wind. Wir springen ins Wasser und haben unsere erste gemeinsame Kite-Session am Spot in Theologos. Nur sechs Kiter auf dem Wasser, viel Platz, saubere Bedingungen. Solche Sessions erinnern einen daran, warum man das alles macht. Warum man kitesurfen lernen wollte, warum man immer wieder aufbricht und immer wieder an neue Spots reist.
Theologos bietet genau das, was einen guten Kitespot für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen auszeichnet: breites Revier, konstanter Wind, wenig Trubel. Für alle, die kitesurfen anfänger-freundlich suchen und gleichzeitig nicht auf Niveau verzichten wollen — das hier ist ein bester Kitespot für Anfänger und für Fortgeschrittene, die ihre Foilsessions genießen möchten.
Abend: Das KiteWorldWide Dinner bei der Taverne Drosia
Am Abend steht das KiteWorldWide Dinner an. Wir laufen 20 Minuten durch die Berge zur Taverne Drosia — ein alteingesessenes Lokal in einem kleinen Bergdorf, das genau so aussieht, wie man sich eine griechische Taverne vorstellt. Holztische, warmes Licht, die Geräusche aus der Küche.
Der Tisch biegt sich fast: Fried Feta mit Honig und Sesam, Zucchini Keftedes, Meatballs, Souvlaki, Bifteki, griechischer Salat — und noch vieles mehr. Das ist kein Essen, das man alleine genießt. Das ist ein Essen für Gleichgesinnte. Für eine Community, die sich über Wind und Wasser gefunden hat.
Der Spaziergang zurück durch die Berge tut nach diesem Festmahl wirklich sehr gut.
Tag 4 — Foilen statt Wingfoilen (manche Überzeugungsarbeit scheitert)
Am nächsten Morgen versucht William sein Bestes, mich vom Wingfoilen zu überzeugen. Keine Chance. Ich bin dem Kiten einfach zu sehr verfallen — und gehe lieber eine Runde foilen. Manche Überzeugungsarbeit scheitert am eigenen Glück.
Das ist auch einer der Gründe, warum eine KiteWorldWide Community-Reise so funktioniert: Jeder fährt, was er will. Kiten lernen, weiter foilen, beim Kurs mitmachen oder einfach zuschauen und die Sonne genießen. Kein Programm-Zwang, kein Durchquetschen durch einen vollen Kitekurs. Wer wann kitesurfen lernen möchte und wie — das entscheidet jeder selbst.
Abfahrt: Danke, Rhodos
Und dann ist es schon wieder vorbei. Die Fähre zurück nach Kos wartet. Die Taschen sind schwerer als bei der Ankunft — nicht wegen des Gepäcks, sondern wegen all dem, was man mitgenommen hat. Eindrücke, Sessions, Gespräche am Abend, das Kalimera am Morgen.
Rhodos ist für mich einer der Kitespots, zu denen man immer wiederkommt. Nicht nur wegen des Winds. Sondern wegen allem drum herum. Wegen der Menschen, des Essens, der Straßen zwischen Olivenhainen und Bergdörfern, und wegen einer Gemeinschaft, die man nur auf einer Kitereise so findet.
Ob es deine erste Anfänger-Reise sein soll, ob du kitesurfen urlaub mit kurs kombinieren möchtest, oder ob du einfach mit Gleichgesinnten auf dem Wasser sein willst — Rhodos und die KiteWorldWide Community-Reise nach Griechenland ist eine Reise, die du nicht bereust.
Danke, Rhodos. Bis zum nächsten Mal.
— Janis

